Was bedeutet tiergestützt?

 

 

Geschichte   

 

Bereits vor vielen Jahrhunderten bestand die allgemeine Kenntnis über den positiven Einfluss, den Tiere auf den Menschen haben. Erste Erwähnungen gehen zurück in die Zeit der Antike. Seit dem 8. Jahrhundert wurden in Gheel  (Belgien) Tiere gezielt für therapeutische Zwecke eingesetzt. In Deutschland ist der erste Einsatz von Tieren seit dem Jahre 1876 durch die „Institution ohne Mauern“ in Bethel bei Bielefeld belegt. Da diese frühen Versuche tiergestützter Arbeit jedoch nicht dokumentiert wurden, konnte sich diese in jener Zeit noch nicht durchsetzen. Erst seit dem Jahre 1961 begann durch Studien des Psychologen Boris Levinson der Durchbruch. In England, USA, Kanada und Australien werden Tiere inzwischen seit mehr als 30 Jahren aktiv therapeutisch eingesetzt.  

 

In Deutschland begann der Einsatz von Tieren erst Mitte der 80er Jahre, zunächst vorwiegend in der Form des therapeutischen Reitens. Inzwischen ist die tiergestützte Therapie zu einem eigenständigen, mittlerweile anerkannten, Forschungszweig geworden.     

 

Unter tiergestützten Therapie und Pädagogik werden alle Maßnahmen verstanden, bei denen durch den Einsatz eines Tieres in Begleitung einer Fachkraft, Pädagogen, Therapeuten oder Arztes positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen erzielt werden können. Die tiergestützte Therapie wird vor allem zur Heilung oder Linderung psychiatrischer und neurologischer Erkrankungen sowie als Motivation bei Therapien zur Verbesserung körperlicher Defizite eingesetzt. Dabei dient das Tier als Mittler zwischen Patient und Therapeut.  

 

Die tiergestützten Maßnahmen sind überaus wirksam bei Patienten mit Sprach- und Bewegungsstörungen, Herz- und Schlaganfallpatienten, Alzheimerpatienten, Menschen mit geistig und körperlichen Behinderungen oder verhaltensauffälligen Kindern. Aber auch bei Patienten mit Depressionen oder chronischen Schmerzzuständen konnten gute Erfolge erzielt werden. (Graham Ford)

   

 

Einige der positiven Effekte tiergestützter Therapie  

 

Physisch


· Steigerung der motorischen Fähigkeiten (Ball werfen, Leckerli geben, Bürsten, ....)
· Ablenkung von Schmerz
· Koordinationssteigerung (Wasser geben, ....)
· Blutdrucksenkung und Pulssenkung durch beruhigende Wirkung (Stressabbau)
· Verbesserung des Sprechvermögens (Hund befolgt Aufforderungen, wertet nicht)
· Entspannung durch Streicheln und warmes Fell (bei Spastik)

 
Psychisch 


· Anregung zur Aktivität
· Kommunikationssteigerung in der Gruppe, im Pflegeteam
· Sozialer Kontaktaufbau nach Außen
· Selbstvertrauen wird gestärkt (Hund befolgt Anweisungen)
· Geistige Anregung durch Wiedererkennungswert (Altgedächtnis)
· Depressionen werden gemindert, Freude und Lachen
· Zuwendung durch Tiere fördert emotionale Reaktionen
· Angst wird gelöst durch Entspannung